Bildnachweis: Rulemapping Group, KI-generiert

Relationstool strukturiert zivilgerichtliche Verfahren in Minuten

Das Relationstool zur Aktenanalyse setzt einen neuen Standard für effiziente zivilgerichtliche Fallbearbeitung – und bringt juristische Präzision mit KI schneller in die Praxis. Pilotiert mit den Justizministerien in Schleswig-Holstein und Bayern, demonstriert das Tool, dass Beschleunigung und rechtsstaatliche Genauigkeit zusammengehen. Der “Law as Code”-Ansatz kombiniert die Rulemapping-Methode mit modernen Sprachmodellen – transparent, skalierbar – und in Tagen statt Monaten implementierbar.

Herausforderung

Moderne Sprachmodelle (LLMs) sind exzellent darin, Texte zu analysieren und Inhalte zu extrahieren. Sie scheitern jedoch oft an der strengen regelgeleiteten Logik der juristischen Subsumtion.  

Zivilgerichte sehen sich generell mit enormen Textmengen konfrontiert. Das Relationstool ist dabei cluster-agnostisch konzipiert: Seine Wirksamkeit entfaltet sich unabhängig davon, ob es sich um komplexe Einzelfälle oder um Massenverfahren mit identischen Lebenssachverhalten handelt. Es strukturiert jeden Sachvortrag präzise nach der juristischen Relationslogik, ohne auf vordefinierte Fallgruppen angewiesen zu sein.

Besonders kritisch hierbei für die Justiz: Die Frage, wie sich diese Textmengen bewältigen lassen, ohne die juristische Kontrolle abzugeben. Klassische Automatisierungsansätze scheitern entweder an der Komplexität unstrukturierter Texte oder am Mangel an transparenter, nachvollziehbarer Subsumtionslogik.

Lösung

Die Antwort liegt in der Kombination von Technologien. Das Relationstool nutzt die Rulemapping-Methode, um die juristische Logik deterministisch vorzugeben, während die KI die Fleißarbeit übernimmt. Das Tool analysiert vollautomatisch sämtliche Schriftsätze eines Verfahrens (Klage, Klageerwiderung, Replik, Duplik etc.), identifiziert die relevante Anspruchsgrundlage und strukturiert den Sachvortrag der Parteien danach.

Ergebnis

Eine strukturierte Aktenübersicht, eine tabellarische Zuordnung der Tatsachen zur Anspruchsnorm, eine Zusammenfassung unstrittiger und strittiger Punkte sowie ein ausformulierter Tatbestandsentwurf. Für Richterinnen und Richter bedeutet das: eine klar strukturierte Grundlage für effiziente juristische Arbeit.

Im Auftrag der Justizministerien in Schleswig-Holstein und Bayern wurde das Richterassistenzsystem erfolgreich für zivilprozessuale Verfahren entwickelt und erprobt. Das Tool fungiert als Assistenz, nicht als Richter:in – die Entscheidungshoheit bleibt beim Menschen.

Das Prinzip ist übertragbar: Was im Zivilprozess funktioniert, entfaltet auch in der Verwaltungsgerichtsbarkeit seine Wirkung. Die Kombination aus Rulemapping-Logik und KI-gestützter Textverarbeitung ermöglicht skalierbare, transparente und rechtsstaatlich fundierte Digitalisierung – implementierbar in Tagen, nicht in Monaten oder Jahren.

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